01.   Delegiertentag am 07.01.2018 in Ahrweiler

Delegierte der Schützen des Bezirksverbands Rhein-Ahr trafen sich in Ahrweiler

Personalplanung und Weiterbildung standen im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung 2018 des Bezirksverbands Rhein-Ahr 1931 e.V.

 

Ausrichter dieser, einmal jährlich, stets im Januar, stattfindenden Mitgliederversammlung war der größte, mitgliederstärkste Verein des Bezirks, die Bürgerschützengesellschaft St. Sebastianus Ahrweiler, die als Veranstaltungsort die Zehntscheuer auf dem Ahrweiler Marktplatz gewählt hatte.
14 von 18 Mitgliedsvereinen waren der Einladung von Bezirksbundesmeister Sigi Belz gefolgt und nahmen mit bis zu drei stimmberechtigten Mitgliedern an einer informativen, interessanten Veranstaltung teil.

Sitzungsleiter Belz begrüßte in seinen einleitenden Worten den Bezirkspräses, Herrn Pfarrer Herbert Ritterrath, die beiden Bezirksmajestäten, den historischen König Rudolf Sprach von den Hubertusschützen aus Rheineck sowie den Scheibenkönig Joachim Pogacar (St. Seb. Bad Bodendorf) und das Ehrenmitglied des Bezirksverbandes Theo Hempel (St. Hub. Löhndorf). Er dankte den Organisatoren der Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler an deren Spitze Hauptmann Jürgen Knieps für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die organisatorischen Vorarbeiten.

 

Ereignisreiches Schützenjahr

Der Tätigkeitsbericht des Bundesmeisters verwies auf ein ereignisreiches Schützenjahr 2017, das von einem besonderen Highlight, dem 150. Gründungsjubiläum der Schützenbruderschaft St. Matthias Brohl überstrahlt wurde.  Belz betonte, dass trotz der sich weiter klar erkennbaren  Tendenz  des Mitgliederschwunds immer noch 14 Schützenfeste im Bezirk gefeiert werden. Mit 82 Startern konnte man beim Bezirkskönigsschießen in Brohl die gleiche Teilnehmerzahl wie im Vorjahr verzeichnen. Nicht ganz ohne Stolz berichtete er, dass sich der Bezirksverband im abgelaufenen Jahr auf allen überregionalen Veranstaltungen mit einer repräsentativen Zahl an Teilnehmern präsentierte. All das ein Beweis, so Belz, dass die Pflege der Tradition und des Schützenbrauchtums noch funktionierten. Er appellierte jedoch eindringlich an die Vereine, mit allen Kräften dem scheinbar stärker werdenden Zeitgeist entgegenzutreten, der die Selbstbespaßung in den Vordergrund stellt und Verantwortung für das Allgemeinwohl ablehnend gegenübersteht. Dies sei, so Belz, eine durchaus ernst zu nehmende Gefahr für das Fortbestehen der Vereine.

 

Sportlich aktive Schützen

Bezirksschießmeister Johann Kappl stellte in seinem Bericht die sportlichen Aktivitäten des Bezirksverbands dar. Zahlreiche Schützen nutzten das Wettkampfangebot. Die in den Wintermonaten in Hin- und Rückrunde ausgetragenen Rundenwettkämpfe boten, so Kappl, zum einen die Möglichkeit zum direkten sportlichen Vergleich, und trugen gleichzeitig aber auch zum Erhalt und der Vertiefung der Kameradschaft zwischen den Vereinen bei. In der abgelaufenen Meisterschaftssaison erzielten Schützen aus dem Bezirk auf Diözesanverbands- und auf Bundesebene zum Teil hervorragende Ergebnisse.

 

Vielfältige Möglichkeiten für die Schützenjugend

Die Jugendarbeit beleuchtete der stellv. Bezirksjungschützenmeister Karsten Eller. Er verwies auf die diversen Möglichkeiten  Kinder und Jugendliche an die Ideale des Schützenwesens heranzuführen. Hierzu zählt unter anderem der jährlich im Frühjahr stattfindende Jungschützentag ebenso, wie das Angebot, sich in schießsportlichen Wettkämpfen mit Gleichgesinnten zu messen. Als besonders erwähnenswert stellte er heraus, dass ein Jungschütze des Bezirksverbands, Maximilian Dräger von den Bad Bodendorfer Sebastianusschützen 2017 den Titel des Diäzesanjungschützenprinzen errang. 

Über eine zufriedenstellende Kassenlage konnte die beiden Schatzmeister des Bezirks, Franz P. Fuchs und Jörg Lindner die Versammlung in Kenntnis setzen. Mit den verfügbaren Haushaltsmitteln, lassen sich, nach deren Aussagen, die geplanten Vorhaben für 2018 sicher realisieren. Die stimmberechtigten Mitglieder der Versammlung erteilten dem Bezirksvorstand einstimmig die Entlastung, nachdem die Kassenprüfer Herbert Beu (Seb. Heimersheim) und Irma Fromm (Seb. Sinzig) von einer übersichtlich geführten, beanstandungsfreien Kasse berichtet hatten. Beide Kassenprüfer erklärten sich bereit ihr Amt ein weiteres Jahr auszuführen. Die Zustimmung der Delegierten hierzu erfolgte wiederum einstimmig.

 

Weiterbildende Maßnahmen in Sachen Waffenrecht.

Vor dem Hintergrund häufig gestellter Fragen in Zusammenhang mit waffenrechtlichen Vorgaben trug Bezirksschießmeister Johann Kappl, Mitglied im Unterbau des Bundeslehrstabes des BHDS, zu den Themenbereichen Schießaufsicht und Waffenerwerb vor. Ziel seines Vortrages, so Kappl, war es, eine Sensibilisierung der Vereinsführungen für diese ernst zu nehmenden Bereiche zu erreichen. So stellte er die Anforderungen an Verantwortliche Aufsichten beim Schießen und die Aufgabe der Vorstände bei der Auswahl geeigneter Personen ebenso plastisch dar, wie die gesetzlich verankerten Voraussetzungen für den Erwerb einer Sportwaffe. Last but not least ging er auf den häufig auftretenden Fall des Waffenerwerbs durch eine Erbschaft ein, und die in diesem Zusammenhang zu beachtenden Fristen und Vorgaben nach dem Waffengesetz. Die lebhafte Diskussion zu den behandelten Punkten war der Beweis für die Notwendigkeit dieser Art der Weiterbildung.

 

Personalplanung für die „Zeit nach Sigi Belz“

Bezirksbundesmeister Sigi Belz hatte den Punkt Vorstandswahl im Jahre 2020 und die Kandidatensuche aus besonderem Grund auf die Tagesordnung gesetzt. Er stellte klar, dass er ab 2020 für das Amt des Bundesmeisters nur noch dann zur Verfügung stünde, wenn bis dahin ein geeigneter Kandidat / eine geeignete Kandidatin für das Amt des Stellvertreters gefunden würde. Diese Person solle im Zeitraum der kommenden „Legislaturperiode“ (2020 bis 2025) soweit in die Amtsgeschäfte eingearbeitet werden, dass ab 2025 ein reibungsloser Führungswechsel an der Spitze des Verbands stattfinden kann. Sollte dies nicht gelingen, stellte Belz klar, werde er nicht für weitere fünf Jahre als Bundesmeister zur Verfügung stehen. Seine Bitte an die Versammlung war, sich im Kreise der Vereine über mögliche Kandidaten Gedanken zu machen. Nur so könne der Fortbestand des Verbands in der derzeitigen Form sichergestellt werden.

 

Mit diesen deutlichen, aufrüttelnden Worten sowie einigen weiteren Informationen an die Mitglieder beendete Belz die Versammlung. Nicht, ohne sich bei allen Teilnehmern für die  konstruktive Mitarbeit, vor allem aber bei der gastgebenden Bürgerschützengesellschaft Ahrweiler für die Bewirtung und die Gastfreundschaft bedankt zu haben.