Geistlicher Impuls für den Monat September 2026
Regen ist Segen
Der letzte Tag im August ist heute, und damit geht der Hochsommer zu Ende. Was war das für eine Hitze und Dürre in diesem Sommer! Ich habe mich in den letzten Monaten bei Stoßgebeten erwischt, die ich früher nie im Leben gesprochen hätte: Lieber Gott, bitte lass es regnen! Oder wenn es endlich mal unter 30 Grad hatte: Lieber Gott, danke für Wolken und Schatten! Früher als Kind, fand ich Sommertage doof, an denen es regnete und kühl war. Und davon gab es in den 70ern und 80ern eine Menge. Ich erinnere mich gut daran, dass wir eben nicht ständig im Freibad sein konnten in den Sommerferien, sondern ich oft zuhause vor einem Buch oder dem Fernseher saß.
Dieses Jahr aber fiel der Regen extrem selten. Vorletzte Woche, als es endlich mal eine halbe Stunde lang kräftig geregnet hat, habe ich die Balkontür aufgemacht und das richtig genossen. Was für ein wunderbares Geräusch, dieses Prasseln, was für ein herrlicher Duft, diese Feuchtigkeit in der Luft! Ich habe mich auch gefreut für die Natur und für die Landwirtschaft. Der Regen ist schon in der Bibel ein Geschenk und ein Segen. Da heißt es zum Beispiel: „Gott gebe dir viel Regen und mache dein Land fruchtbar, Getreide und Wein sollst du im Überfluss ernten!“ (vgl. Genesis 27,28)
Dass es bei uns im Sommer immer weniger regnet – und wenn, dann oft viel zu viel, mit Hagel und Tornado: Das hat natürlich mit dem Klimawandel zu tun. Dieser heftig heiße Sommer hat mich dazu gebracht, noch mehr zu überlegen: Was kann ich fürs Klima tun? Wie kann ich dazu beitragen, die Schöpfung zu bewahren? Vielleicht, indem ich noch konsequenter Bio-Lebensmittel kaufe oder öffentliche Verkehrsmittel benutze. Ich hoffe und bete jedenfalls, dass es jetzt im September mehr regnet. Und dass es vor allem auch im nächsten Hochsommer etwas weniger Hitze und mehr Regen gibt.
Text: Beate Hirt, Mainz, Katholische Kirche